
8,5 Mio. Menschen auf Sozialleistungen angewiesen
eMail von N.H.:
8,5 Mio. Menschen auf Sozialleistungen angewiesenHeute hat der AWO-Bundesverband eine Meldung veröffentlicht (s.u.), wonach 7,5 Mio. Menschen auf staatliche Leistungen angewiesen seien. Vergessen haben sie dabei wohl die Million Menschen, die in Haushalten mit Wohngeldbezug leben. Viele davon entgehen nur durch das Wohngeld (und ggf. den Kinderzuschlag) der Hartz IV-Knute, ohne über mehr Geld zu verfügen. Ein bis zwei Millionen Menschen verfügen nicht einmal über den Regelsatz, weil allein die Hartz IV-Sanktionen in 2011 etwa 900tausend mal verhängt wurden, Hunderttausende nicht die vollen Wohnkosten erstattet bekommen, und ebenso viele Darlehen für Bett oder Kühlschrank abstottern müssen oder vergangene fehlerhafte Überzahlungen aufgerechnet werden.
717.000 Personen erhielten im November 2011 Arbeitslosengeld I. Nicht wenige sehen davon ab, mit Hartz IV aufzustocken. Sie sind NICHT in den 8,5 Mio. enthalten.
4.437.000 Personen erhielten im November 2011 Arbeitslosengeld II (Hartz IV)
1.720.000 Personen erhielten im Oktober 2011 Sozialgeld (Hartz IV für nicht erwerbsfähige Angehörige Erwerbsfähiger) in 3.350.000 Bedarfsgemeinschaften.
Empfänger von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt (3. Kap. SGB XII):
Insgesamt: 319 362
Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei dauerhafter Erwerbsminderung und bei Erwerbsminderung
Insgesamt: 796 646
Empfänger von Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz:
Insgesamt:121 235
Weitere Differenzierung, Angaben zu (unterschiedlichen) Stichtagen und Quellenangabe unten.
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Hier die Meldung der AWO – Pressestelle 29.11.2011
7,5 Millionen Menschen auf staatliche Leistungen angewiesen
„Der Rückgang ist auf jeden Fall sehr erfreulich“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts der heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Angaben zu Empfängern von Leistungen der sozialen Mindestsicherung. „Doch wir können uns nicht damit zufrieden geben, dass trotz der sehr guten wirtschaftlichen Ausgangslage 7,5 Millionen Bürger auf die finanzielle Hilfe des Staates angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu sichern“, betont Stadler und fügt hinzu: „Es ist absolut möglich, die Zahl der Betroffenen noch viel stärker zu senken. Was wir dafür benötigen, ist die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns, die Eindämmung des Minijobsektors, die Rentenversicherungspflicht für alle bisherigen Minijobs, und die Rücknahme der Kürzungen bei der Arbeitsförderung im Zuge der Arbeitsmarktreform.
Zur staatlichen Mindestsicherung gehören vor allem die Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz-IV) und die Grundsicherung im Alter. Von Altersarmut werden zukünftig immer mehr Menschen betroffen sein. „Wer heute schon kein ausreichendes Einkommen hat, wird später von seiner Rente nicht leben können“, erklärt Stadler. So zum Beispiel gebe es immer mehr Minijobber. Für sie gelte eine freiwillige Rentenabgabe. „Das reicht nicht. Wir benötigen eine Rentenversicherungspflicht für alle Minijobber. Nur so können alle Beschäftigten für ihr Alter vorsorgen“, betont Stadler und erklärt: „Altersarmut ist eine zwangsläufige Folge dieser Beschäftigungsverhältnisse.“ Auch das in der letzten Woche beschlossene Gesetz zur Arbeitsmarktreform verhindere, dass sich noch mehr Menschen aus ihrer Hartz-IV-Abhängigkeit befreien können.
http://www.awo.org/awo-presse/newsdetai ... en/45.html --------------------------------------------------------------------------------
Statistische Übersichten
717.000 Personen erhielten im November 2011 Arbeitslosengeld I. Nicht wenige davon sehe davon ab, mit Hartz IV aufzustocken. Sie sind NICHT in den 8,5 Mio. enthalten.
4.437.000 Personen erhielten im November 2011 Arbeitslosengeld II (Hartz IV)
1.720.000 Personen erhielten im Oktober 2011 Sozialgeld (Hartz IV für nicht erwerbsfähige Angehörige Erwerbsfähiger) in 3.350.000 Bedarfsgemeinschaften.
(Darin 1,92 Mio minderjährige Kinder. Knapp ein Fünftel (369.000) dieser Kinder war unter 3 Jahre und 44 Prozent (842.000) waren weniger als 7 Jahre alt. Kinder nach Vollendung des 15. Lj. erhalten ALG II, sofern sie erwerbsfähig sind.)
http://statistik.arbeitsagentur.de/Stat ... 201110.pdf .